
Ein Vermächtnis, geschmiedet und poliert
Ryota Nishikata
Die Präfektur Niigata ist die Heimat eines 300 Jahre alten japanischen Handwerks, bekannt als Tsuiki Kupferwaren, bei denen ein einzelnes Metallblech geschickt mit verschiedenen Hämmern bearbeitet und geformt wird, um Produkte wie Tee- und Sake-Utensilien herzustellen. Nishikata Ryota, der Leiter der Tsuiki-Werkstatt Seigado, ist der einzige Künstler in Japan, der diese Technik derzeit noch anwendet. mimikuchi-uchidashi yuwakashi—Kessel, bei denen Korpus, Ausguss und ohrenförmige Griffe aus einem einzigen Kupferblech gehämmert sind.
Verzaubert von der Metallkunst
Seigado wurde 1945 von Nishikatas Großvater, Nishikata Minoru, gegründet und feiert dieses Jahr sein 80-jähriges Bestehen. Die Werkstatt wurde über drei Generationen weitergeführt: von seinem Großvater über seinen Vater bis hin zu Nishikata Ryota. Getrieben von seinem persönlichen Wunsch zu gestalten, studierte Ryota am Nagaoka Institute of Design, wo er eine Vielzahl von Materialien und Techniken erforschte. Unter den drei Haupttechniken der Metallbearbeitung – Gießen, Gravieren und Schmieden – faszinierte ihn besonders das Schmieden, das durch die Kombination von Hämmern, Schweißen und mechanischen Werkzeugen große Freiheit und Komplexität ermöglicht. Seine Ausbildung und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Schmiedetechniken überzeugten ihn davon, dass er neue Möglichkeiten für Tsuiki-Kupferwaren entwickeln konnte. Dies motivierte ihn, sein Studium fortzusetzen und sich gleichzeitig auf die Übernahme der Familienwerkstatt vorzubereiten.
Verbindung und Wiederholung
Ryota Nishikatas Können rührt nicht nur von seiner Herkunft aus der Seigado-Kupferwarenfamilie her, sondern auch von seiner immensen Leidenschaft und seinem echten Interesse. Während seiner Studienzeit experimentierte er mit verschiedenen Materialien und entdeckte schließlich seine Berufung in der Metallbearbeitung. In Interviews spricht Nishikata über seine Faszination für das Möbiusband als künstlerisches Konzept – eine Form ohne erkennbares Innen und Außen. „Ein flaches Gefäß scheint die Innenseite als Hauptfläche zu haben, die Außenseite ist kaum sichtbar. Je tiefer das Gefäß wird, desto deutlicher tritt die Außenseite hervor. Das fand ich faszinierend“, erinnert er sich.
Ihn faszinierte besonders die Freiheit, die das Formen und Gestalten von Metall bot, und diese Faszination inspiriert bis heute sein ambitioniertes künstlerisches Schaffen. Er schuf sogar ein Kunstwerk mit dem Titel „Möbius – Verbindung und Wiederholung“. Es war wohl eher unvermeidlich als Zufall, dass seine Ausstellungsarbeiten die Aufmerksamkeit des renommierten Tsuiki-Kupferkunstmeisters Ueno Yoshiro erregten, bei dem er später in die Lehre ging.
Das Streben nach Perfektion
Die Herstellung von Mimikuchi-Uchidashi-Yuwakashi, die außerordentlich viel Zeit und Mühe erfordert, ist für Nishikata von besonderer Bedeutung, weit über die Produktion von zugänglicheren Tee- und Sakegefäßen hinaus. Diese Kessel stellen ikonische Meisterwerke seiner Karriere und eine große Herausforderung für ihn als einzigen japanischen Bewahrer dieser Technik dar.
Der Prozess umfasst das wiederholte Hämmern und Feinbearbeiten von Kupferblechen, und selbst nach umfangreicher Arbeit entdeckt er oft noch Möglichkeiten, seine Kreationen weiter zu verbessern. Die wunderschöne Patina des Metalls wird zudem von Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst, wobei optimale Bedingungen in bestimmten Jahreszeiten herrschen. Sein Streben nach Perfektion ist wie die Tsuiki-Kupferwaren selbst – nur durch wertvolle Wiederholung erreichbar. So wie seine beständigen Werke mit der Zeit ihren Platz finden, erreicht auch dieses Handwerk durch Geduld und Beharrlichkeit sein Ziel.

Biografie
Nishikata Ryota wurde 1978 in Bunsui, Präfektur Niigata, geboren. Er studierte Kunsthandwerk am Nagaoka Institute of Design und schloss sein Studium dort 2001 ab. Nach dem Abschluss seines Masterstudiums an derselben Universität im Jahr 2003 trat er Seigado bei.
Nishikata wurde wiederholt in der Kunstausstellung der Präfektur Niigata ausgezeichnet und erhielt 2004 und 2008 den Präfekturpreis sowie 2005 den Förderpreis. 2009 qualifizierte er sich für die Kategorie „Ohne Jurybewertung“ im Bereich Kunsthandwerk. Er hat seine Werke sowohl in Japan als auch international ausgestellt, unter anderem auf der Collect Art Fair in London (2010–2015), der Art Fair Tokyo (2012) und der TEFAF Maastricht in den Niederlanden (2013–2014). Ost und West: Das gehämmerte Metallobjekt in den Vereinigten Staaten (2013) und Kunsthandwerk und Design aus Ostasien Seine Werke wurden 2015 in der Manchester Art Gallery ausgestellt und sind in öffentlichen Sammlungen wie der Manchester Art Gallery in Großbritannien vertreten. Nishikatas gehämmerte Metallarbeiten haben weltweit die Aufmerksamkeit von Sammlern auf sich gezogen, und er präsentiert seine Kreationen weiterhin auf internationalen Kunstmessen und Ausstellungen.



