
Die kunstvolle Perlmuttintarsienkunst von Raden
Von Team MUSUBI
In der künstlerischen Welt des japanischen Handwerks gibt es nur wenige Techniken, die so faszinierend sind wie raden. Bei dieser Methode wird Perlmutt in Lackwaren eingebettet, wodurch handwerkliche Präzision und ein luxuriöser, lichtreflektierender Glanz entstehen. Das Ergebnis ist zeitlose Eleganz, ein Zeugnis der sorgfältigen Arbeit, die in jedes einzelne Stück einfließt.
Dieser Artikel taucht tief in die Geschichte dieses uralten Handwerks ein und erkundet seinen Weg von den Küsten Ostasiens bis in die Hände von Wakasa-Lackkunsthandwerkern wie Furui Masahiro, die mit jedem schimmernden, handgefertigten Stück jahrhundertealte Traditionen bewahren. Von den ehrwürdigen Hallen des japanischen Kaiserhofs bis hin zu den präzisen, kunstvollen Ausdrucksformen moderner Essstäbchen und Teedosen – das Erbe der Raden-Lackierung lebt fort und fasziniert mit ihrer filigranen Schönheit und der tiefen Hingabe ihrer Kunsthandwerker. Begleiten Sie uns auf unserer Reise durch die Geschichte, die Technik und die zeitgenössische Eleganz dieses exquisiten Handwerks und entdecken Sie, wie es die Welt der bildenden Kunst nachhaltig prägt.
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Die Reise von Raden in der ostasiatischen Kunst

Japans Begegnung mit der kunstvollen Faszination von Raden folgte kurz darauf. Während der Nara-Zeit (714–794 n. Chr.) brachten japanische Gesandte, die aus dem China der Tang-Dynastie entsandt worden waren, Schätze mit, die mit Raden verziert waren, darunter der exquisit gefertigte „Achtlappige Bronzespiegel mit Perlmuttintarsien auf der Rückseite“, der später in den Shōsoin-Schatz aufgenommen wurde. Diese Artefakte, die mit Kaiser Shōmu und Kaiserin Kōmyō in Verbindung stehen, zeugen von der hohen Wertschätzung, die die Raden-Kunst am japanischen Hof genoss.
Raden erfuhr in Japan eine einzigartige Metamorphose: Während der Heian-Zeit (794–1192 n. Chr.) wandelte sich die Technik von Einlegearbeiten in Holz, die von der Tang-Dynastie beeinflusst waren, hin zu Lackarbeiten. Sie schmückten die Interieurs des Adels und verzierten Möbelstücke wie Tuschesteinkästchen und Truhen mit Deckel, sogenannte Karabitsu. In der Kamakura-Zeit (1192–1333 n. Chr.) gingen japanische Raden-Künstler über schlichte Oberflächen hinaus und verzierten selbst unregelmäßige Flächen mit bildlichen Motiven – ein Beweis ihrer wachsenden Meisterschaft.
Die fabelhafte und raffinierte Technik von Raden

Der Raden Die Technik besteht darin, dünne Perlmuttstücke sorgfältig auszuschneiden und in Lackwaren einzubetten. Sobald das gewünschte Design erreicht ist, werden weitere Lackschichten über die Perlmuttstücke aufgetragen, um sie zu versiegeln. Nachdem der schwarze Lack die Perlmuttstücke bedeckt hat, poliert der Kunsthandwerker die Oberfläche sorgfältig, bis die Perlmuttstücke wieder sichtbar sind. Die durch die dicken Lackschichten erzeugte Tiefe verleiht der Lackware einen dreidimensionalen Effekt, sodass die Perlmuttintarsien zu schweben scheinen. Wenn Licht auf die Oberfläche fällt, schimmern und reflektieren die blauen Perlmuttstücke, die dezent unter den Schichten verborgen sind, das Licht und bieten einen unvergleichlichen visuellen Genuss. Die Herstellung eines Paares Essstäbchen mit Raden-Technik dauert in der Regel etwa vier Monate.
Wakasa Lackwaren: Eine Chronik der Kunstfertigkeit
Die Wakasa-Lackwaren aus Obama City in der Präfektur Fukui pflegen die Raden-Technik seit Generationen. Ihren Ursprung hat sie in den frühen Jahren der Edo-Zeit (1603–1867 n. Chr.), als der Kaufmann Kumiya Rokurōzaemon dem Fürsten Sakai Tadakatsu ein chinesisches Lacktablett, ein sogenanntes „Sternenlichttablett“, schenkte. Begeistert von dessen Schönheit beauftragte Tadakatsu den einheimischen Lackmeister Matsu-ura Sanjuro mit der Anfertigung eines ähnlichen Tabletts. Inspiriert von dem Zonsei und der Meereslandschaft der Wakasa-Bucht schuf Sanjuro das Kikujin-nuri, eine Lackware, die die Komplexität des Meeresbodens der Bucht in ihrem bezaubernden Design einfängt. Später gab Tadakatsu diesem mit Muscheln verzierten Kunsthandwerk den Namen Wakasa-Lackwaren.
Die Wakasa-Lackwaren beginnen mit mehreren Lackschichten, die auf einen Holzsockel aufgetragen werden, gefolgt von der Anbringung verschiedener Verzierungen. Zu den gängigen Motiven neben dem schillernden Raden gehören Rankaku aus zerstoßenen Wachteleierschalen und Okoshi-Moyo mit Einlegearbeiten aus Kiefernnadeln oder Rapssamen.
Der Lack wird sorgfältig poliert, wodurch die darunterliegenden, eingebetteten Muster sichtbar werden – eine Technik namens Togidashi, die einzigartig für Wakasa-Lackwaren ist und sicherstellt, dass keine zwei Muster identisch sind.

Matsukan Chiyo-Nishiki Wakasa Lackwaren-Essstäbchen
Die Matsukan Chiyo-Nishiki Wakasa-Lackwaren-Essstäbchen des Kunsthandwerkers Furui Masahiro sind ein Paradebeispiel dieser exquisiten Technik. Diese Essstäbchen, benannt nach Chiyo-Nishiki – ein Name, der Bilder von zeitloser Eleganz und Erhabenheit heraufbeschwört –, sind weit mehr als bloße Essbesteckteile; sie zeugen von der anhaltenden Schönheit der Wakasa-Lackwaren. Furui Masahiro, der jedes Stück von Hand formt und veredelt, trägt den angesehenen Titel eines anerkannten traditionellen Kunsthandwerkers. Er stellt sicher, dass jeder Pinselstrich, jeder Schnitt und jede Einlegearbeit von jahrhundertealter Tradition geprägt ist.
Verziert mit strahlenden Mustern aus farbigem Lack, Wachteleierschalen und Perlmutt, ist jeder Essstäbchen eine Leinwand, die ein Kaleidoskop an Farben und Schimmern offenbart – allesamt sorgfältig von Hand geschnitten und eingelegt, ein wahrer Augenschmaus. Ihr schlankes, quadratisches Design ist nicht nur optisch ansprechend, sondern liegt auch angenehm in der Hand und macht die Benutzung zum Vergnügen.
Matsukan Kai-Kiriko Wakasa Lackwaren-Essstäbchen
Der klangvolle Name Kai-kiriko spiegelt die kunstvoll arrangierten Muscheleinlagen wider, die jedes Stück zieren – eine Hommage an den schimmernden Reiz der Schätze des Ozeans.
Mit unübertroffener Liebe zum Detail gefertigt, sind diese Essstäbchen mit hauchdünnen Perlmutt-Einlagen verziert, die unter zehn Schichten Naturlack in das Holz eingelassen sind. Darauf folgen zwanzig weitere Schichten, die den tiefen Glanz und die Robustheit der Stäbchen zusätzlich verstärken. Nach dem perfekten Polieren erstrahlen die Perlmutt-Einlagen in voller Pracht und zeigen ein Farbenspiel zwischen einem dezenten Schimmer auf dem roten Lack und einem markanten Kontrast auf dem schwarzen.
Inspiriert von der Ichimatsu Das Motiv, ein Design voller Symbolik, das Wohlstand und Langlebigkeit repräsentiert, zeigt auf den Essstäbchen ein Muster aus neun präzise geschnittenen Muscheleinlagen, die in einer eleganten Schachbrettformation angeordnet sind.
Yatsuyanagis exquisite Kabazaiku Raden-Handwerkskunst

Die Manufaktur Yatsuyanagi stellt seit ihrer Gründung vor etwa 150 Jahren Kabazaiku her, eine Holzschnitzerei aus der Rinde der Bergkirsche. Die Kunsthandwerker fertigen jedes einzelne Stück Kabazaiku, ein wunderschönes, organisches Kunstwerk, mit millimetergenauer Präzision.
Diese Teedose von Yatsuyanagi ist mit einem Motiv fallender Kirschblüten aus Perlmutt verziert und nutzt die natürliche Schönheit der Kirschbaumrinde sowie den farbenfrohen Glanz der Perlmuttverzierungen. Die glänzende, braune Kirschbaumrinde zeichnet sich durch ihre feuchte Textur und ihren schönen Glanz aus. Auch die Innenseite besteht aus Kirschbaumrinde, die feuchtigkeitsabweisend und antibakteriell ist und so das Aroma der Teeblätter bewahrt.
Die für die Akita-Kirschrindenverarbeitung verwendeten Kirschbäume sind hauptsächlich Wildkirschen aus der Tohoku-Region. Diese vom rauen Klima geformten Bäume sind für ihre Schönheit und Widerstandsfähigkeit bekannt. Die Kirschrinde wird sorgfältig vom Stamm abgeschält und ein bis zwei Jahre im Schatten getrocknet, um die Feuchtigkeit zu entziehen.







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