
Dekorative Techniken für japanische Lackwaren
Von Team MUSUBI
Lackwaren sind ein typisch japanisches Kunsthandwerk. Ihre glatte, geschmeidige Textur und ihre elegante, leuchtende Schönheit besitzen einen ganz eigenen Charme. Zahlreiche Dekorationstechniken nutzen die Eigenschaften des Lacks und verleihen ihm eine zusätzliche künstlerische Note.
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Über Dekorationstechniken für Lackwaren
Die Lackmalerei blickt auf eine über 1200-jährige Geschichte zurück und umfasst zahlreiche Dekorationsmethoden, darunter auch regionale Besonderheiten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Lackwaren in Schwarz oder Zinnoberrot sind zwar schön, doch verzierte Lackwaren besitzen einen ganz eigenen Charakter und eine noch größere künstlerische Anziehungskraft.
Lack ist der Saft des Lackbaums und wurde in vielen Bereichen als Klebstoff verwendet. Seine Klebewirkung nutzte man, um Goldpulver aufzutragen oder Muscheln zu füllen und so deren Schönheit zu unterstreichen. Lack soll seine volle Schönheit etwa 20 Jahre nach dem Auftragen entfalten, und einer der Hauptgründe für die Beliebtheit von Lackarbeiten ist, dass man sich lange an ihrer prachtvollen Dekoration erfreuen kann.
Maki-e, Ästhetik der japanischen Dekoration
Maki-e entstand in der Nara-Zeit (710–794) und entwickelte sich in Japan auf einzigartige Weise. Bei dieser Technik wird ein Bild in Lack gezeichnet und anschließend, bevor der Lack trocknet, mit Gold- oder Silberpulver bestreut, um die Zeichnung hervorzuheben. Man unterscheidet verschiedene Arten von Maki-e, je nach Korngröße des Pulvers, Art der Oberflächenstruktur des Lacks und ob die Oberfläche poliert wird oder nicht. Typische Beispiele sind Togidashi-Maki-e, Hira-Maki-e und Taka-Maki-e.
Da Urushi-Lack eine klebstoffartige Wirkung hat, haftet das Pulver schön auf der bemalten Fläche und erzeugt einen dekorativen Effekt. Sobald Urushi-Lack getrocknet ist, kehrt er nicht wieder in seinen flüssigen Zustand zurück. maki-e Wenn eine Dekoration angebracht wird, wird das Bild nur durch Abnutzung verschwinden.
„Raden“, eine Perlmuttintarsie.
"Bei der Raden-Technik wird die Innenseite einer Muschel, ein dünn poliertes Stück Perlmuttmaterial mit irisierendem Glanz, in verschiedene gemusterte Formen geschnitten und in die geschnitzte Oberfläche eines Lack- oder Holzsockels eingelegt.
Durch das Aneinanderhaften der Muscheln entsteht eine unebene Oberfläche, die anschließend erneut mit Lack überzogen und poliert wird, um die Unebenheiten zu beseitigen. Damit ist der Prozess abgeschlossen. In Raden schimmern die Muscheln je nach Lichteinfall wunderschön blau oder weiß, und je dünner die Muschelsplitter sind, desto intensiver ist die Färbung.
„Chinkin“, verziert durch Abschaben von Lack
„Chinkin“ ist eine Technik, bei der ein Muster mit einem Graviermesser reliefartig in eine lackierte Oberfläche eingraviert wird. Anschließend wird der Lack aufgetragen und Blattgold oder Goldpulver in die eingravierten Rillen gepresst, bevor der Lack trocknet, um das Muster sichtbar zu machen.
Bei dieser Technik wird mit einer Klinge ein Muster in die lackierte Oberfläche des Gefäßes geschnitzt. Anschließend wird Lack in die geschnitzten Rillen eingerieben, wodurch Gold- oder Silberfolie bzw. -pulver zurückbleibt, das dann auf die Oberfläche aufgetragen wird. Diese Technik wurde einst in China, Thailand, Indien und anderen Ländern angewendet, ist heute aber vor allem in Japan verbreitet. Je nach Herkunftsregion unterscheiden sich die verwendeten Klingen, und es gibt verschiedene Gravurtechniken, die eine große Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten bieten.
Chinkin besteht aus Linien und Punkten und hat eine ungezügelte, gewaltige und prachtvolle Atmosphäre, was den größten Unterschied zu Maki-e im Design darstellt.






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