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Maki-e in Transparency: The Innovative Art of Hariya Masayuki

Maki-e in Transparenz: Die innovative Kunst von Hariya Masayuki

Von Team MUSUBI

Beim Anheben des Deckels der Paulownienkiste kommt ein zartes maki-e Das Design schimmert auf der Oberfläche einer transparenten Teedose, die mit Blattgold verziert ist. Raden, Perlmuttintarsien. Dieses atemberaubende Stück wurde von Hariya Masayuki geschaffen, einem Maki-e-Künstler aus Yamanaka, Ishikawa, dessen profunde Beherrschung der japanischen Lackkunst ihn dazu gebracht hat, nach neuen Ausdrucksformen zu streben.


In diesem Interview erkunden wir die Ideen und Absichten hinter seiner innovativen Natsume—traditionelle Matcha-Behälter—die das moderne Medium Acryl in die traditionelle Welt des Maki-e einbringen.

Meine erste Begegnung mit Maki-e

Auf seine Kindheit angesprochen, sprach Hariya wehmütig von der Vergangenheit. „Damals hatten wir nicht so viel Spielzeug wie heute“, sagte er. Er bastelte seine Spielsachen aus Bambus und Holz und entdeckte dabei die Freude am Gestalten und an der Natur. Sein Vater war Fassmacher, sein Großvater mütterlicherseits ein Kunsthandwerker, der Korallen als Schnitzmaterial verwendete. Werkzeuge waren immer da, und die Atmosphäre des Handwerks prägte den Alltag – ein natürlicher Ausgangspunkt für ein Leben voller Kreativität.


Hariya entdeckte seine Liebe zur Maki-e-Kunst im Alter von siebzehn oder achtzehn Jahren bei einem Besuch in einem Kunstmuseum in Kanazawa. Dort sah er Werke von Matsuda Gonroku und Terai Naoji, die beide als Träger des wichtigen immateriellen Kulturerbes anerkannt sind. Das Schimmern des Goldes auf dem Lack, die filigranen, präzise handgefertigten Muster – er war überwältigt. „Kann das wirklich alles von Hand gefertigt worden sein?“, dachte er sprachlos.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Hariya Masayuki.

Dieser Moment markierte den Beginn seiner Laufbahn als Maki-e-Künstler.


Dann entdeckte er auf einer lokalen Kunsthandwerksausstellung Natsume-Teebehälter. „Wird solch kunstvolle Arbeit direkt hier angefertigt?“, dachte er, erstaunt über die Handwerkskunst so nah an seinem Zuhause.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Hariya Masayuki.

Hariya beschloss schließlich, sich professionell mit Maki-e zu beschäftigen und begann eine formale Ausbildung in Yamanaka. Er hatte drei Lehrer. Sein erster Lehrer war ein Künstler, der bei Nitten, Japans größter offener Kunstausstellung, aktiv war und moderne Sensibilität betonte. Der zweite war ein Traditionalist, der klassische Techniken weiterführte. Und der dritte war ein Pragmatiker, der Gestaltungstechniken lehrte, die zeitgenössische Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigten.


Von den dreien beeinflusste ihn der Traditionalist, der die klassische Maki-e-Malerei schätzte, am meisten. Dies fand bei Hariya großen Anklang, da die Künstler, die ihn zuerst inspiriert hatten – Matsuda Gonroku und Terai Naoji – selbst den traditionellen Techniken zutiefst verpflichtet waren.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Hariya Masayuki.

„Mir wurde die Bedeutung eines soliden technischen Fundaments vermittelt“, erzählte uns Hariya. „Diese Lehre bildet auch heute noch den Kern meiner Arbeit.“


Die Präfektur Ishikawa, reich an traditionellem Kunsthandwerk wie Kutani-Keramik, Lackwaren, Metallarbeiten und vielem mehr, spielte ebenfalls eine entscheidende Rolle. Dieses vielfältige kulturelle Umfeld, kombiniert mit dem soliden technischen Fundament, das er von seinen Mentoren erlernte, bildet bis heute die Grundlage für Hariyas künstlerischen Ausdruck.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Hariya Masayuki.

Verschmelzung traditioneller Techniken mit Acryl

Erste Begegnungen mit Acryl

Warum sollte Hariya, ein Maki-e-Künstler, der tief in der Tradition verwurzelt ist, ausgerechnet mit einem so modernen Material wie Acryl arbeiten?


Der Grund dafür liegt darin: Durch die Anwendung klassischer Techniken auf Acrylfarben erkannte Hariya die Möglichkeit, völlig neue Ausdrucksformen der Maki-e-Malerei zu erforschen. Dies zeugt von seiner Freude am Experimentieren und daran, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen.


Hariya erzählte uns, dass er zunächst versucht hatte, Lack auf Glas aufzutragen, aber mit dem Ergebnis unzufrieden war. Dann entdeckte er Acryl.

Acryl bietet als Material sowohl Klarheit als auch Leichtigkeit und schafft so selbst bei sommerlichen Teezeremonien eine erfrischende Atmosphäre. Gibt man Matcha in eine Acryl-Teedose, kommt das leuchtende Grün des Tees besonders gut zur Geltung und die Dose erhält ein ganz neues Aussehen – ein wahrhaft besonderes Erlebnis, das nur mit diesem Material möglich ist.


Nehmen wir zum Beispiel Hariyas Natsume, Taki ni Sekirei (Bachstelzen am Wasserfall Natsume Matcha BehälterWenn Matcha-Pulver in diese Teedose gegeben wird, entsteht ein harmonisches Naturbild, das sich mit der Darstellung grüner Ahornblätter, eines Wasserfalls und einer Bachstelze verbindet. In einem Teeraum platziert, erzeugt dieses Stück mühelos eine angenehme Sommeratmosphäre.

Gestaltungsprinzipien

Die Matcha-Dosen von Natsume haben eine nahezu kugelförmige Gestalt, was bei der Anwendung von Maki-e eine sorgfältige Planung der Komposition erfordert.

Taki und Sekirei (Bachstelzen am Wasserfall (Natsume Matcha-Behälter)

Hariya folgt weiterhin der klassischen Theorie der visuellen Balance, die ihm sein Meister lehrte. Demnach sind die Muster im Verhältnis 5:2:3 angeordnet – fünf Teile auf dem Deckel, zwei auf der Vorderseite und drei an den Seiten. Dieses Prinzip bildet die Grundlage für die harmonische und plastische Wirkung der gewölbten Oberfläche des Behälters.


Bei der Teezeremonie wird die Vorderseite, die dem Gast zugewandt ist, als Teetasse bezeichnet. Kyaku-zukeund erhält im Design die größte Aufmerksamkeit. Auf der unsichtbaren Rückseite fügt Hariya seine unverkennbare Note hinzu und verleiht dem Werk so eine ausdrucksstarke Dreidimensionalität.

Maki-e auf Acryl auftragen

Im Gegensatz zu seinem Aussehen ist Acryl ein überraschend empfindliches und heikles Material in der Verarbeitung.


Die größte Herausforderung liegt in der Transparenz, die es – anders als bei typischen Lackwaren – schwierig macht, genau zu erkennen, wann und wo der Pinsel die Oberfläche berührt. Es ist fast so, als würde man in der Luft malen.


Auch statische Elektrizität stellt ein Problem dar. Sobald sich der Pinsel nähert, kann der Lack sich schlagartig wie ein Wunderkerzenfunke verstreuen, was präzises Arbeiten besonders erschwert.

Moon ni Susuki (Silber Grass Under the Moon Natsume Matcha Container)

Um diese Probleme zu lösen, entwickelte Hariya eine Lösung: Er schwärzte die Innenseite des Acrylglases vorübergehend mit Tinte. Dadurch entstand ein Kontrast, der es ihm ermöglichte, die Pinselstriche zu erkennen und die Komposition anzupassen. Nach dem Malen wurde die Tinte sorgfältig abgewaschen, wodurch die Transparenz des Acrylglases wiederhergestellt wurde. Diese temporäre Schwärzung ist der Schlüssel, um Maki-e auf Acrylglas überhaupt erst zu ermöglichen.


„Was man nicht sehen kann, kann man nicht malen. Deshalb mache ich es zuerst sichtbar.“


Hariya erklärte.


Hariya entwickelte diese Methode im Selbststudium, wobei er sich das Wissen und die Erkenntnisse anderer Handwerker zunutze machte. Seine Flexibilität, sein scharfer Blick und sein tiefes Materialverständnis prägen das Wesen seiner Arbeit.

Natsume Matcha-Behälter, innen und außen

Im Interview sprach Hariya mit Bedacht und erklärte detailliert die beiden Acryl-Teebehälter, die bei Musubi Kiln's Galerie.

Taki und Sekirei (Bachstelzen am Wasserfall (Natsume Matcha-Behälter)

Taki ni Sekirei (Stelzen am Wasserfall Natsume Matcha Behälter) Das Werk ist detailreich mit Motiven von Ahornblättern, einem Wasserfall und einer fliegenden Bachstelze verziert. Jeder Aspekt, von der Komposition bis zur Technik, ist sorgfältig geplant; die Fertigstellung des gesamten Werkes dauerte etwa drei Monate. Verschiedene Maki-e-Techniken wurden angewendet, darunter hira maki-e (flaches Maki-e) und taka maki-e (erhabene Maki-e) wurden verwendet, um eine geschichtete, dreidimensionale Landschaft auf dem transparenten Behälter hervorzubringen.

Moon ni Susuki (Silber Grass Under the Moon Natsume Matcha Container)

Im Gegensatz, Tsuki ni Susuki (Silber Grass Under the Moon Natsume Matcha Container) erinnert an die stille Schönheit und Weite des Herbstes. Ein durch Blattgold dargestellter Vollmond wird kombiniert mit Susuki (Silbergras, auch bekannt als japanisches Pampasgras) ist in zarten, feinen Linien gemalt und erinnert an ein vom Herbstwind gestreicheltes Feld. Dabei werden klassische Maki-e-Techniken wie Hira-Maki-e und HarikiriZusammen mit feinen Gold- und Silberpudern schimmert die Oberfläche sanft im Licht. Ob sie an einen nebligen Morgen, hohes Gras in der Abenddämmerung oder eine mondhelle Nacht erinnert, das Zeitempfinden hängt ganz vom Betrachter ab.


Beide Teebehälter weisen einen einzigartigen Kontrast zwischen Vorder- und Rückseite auf, der nur mit Acrylglas möglich ist. Die Ansicht verändert sich dramatisch, je nachdem, ob man das Maki-e von außen oder von der Deckelunterseite betrachtet. Dies liegt daran, dass Hariya auf der Deckelunterseite ein anderes Muster verwendet. Beim Hinzufügen von Matcha füllt sich der Behälter mit Grün, und die Szene gewinnt an Tiefe.

Der Ausdruck des Maki-e auf der Außenseite des Deckels.
Der Ausdruck des Maki-e auf der Innenseite des Deckels.

Dieses Zusammenspiel von Farbe und Licht macht das Erlebnis mit dem Acryl-Teebehälter so reizvoll.


Hariya betont, dass er den endgültigen Eindruck des Werkes dem Betrachter überlässt. Die Wirkung eines Stücks kann sich je nach Blickwinkel, Lichtverhältnissen oder Tageszeit verändern – insbesondere in einem Teeraum. Diese Sensibilität für subtile Veränderungen prägt seinen ausdrucksstarken Stil.


Diese beiden Werke vereinen auf wunderbare Weise die Präzision traditioneller Maki-e-Techniken mit einem modernen Material und einem fantasievollen Blick.

Die Tradition der Maki-e-Kunst fortsetzen

Auf die Frage, was ihm als Maki-e-Künstler die größte Befriedigung verschafft, antwortete Hariya mit ruhiger, aber entschlossener Stimme:


„Es ist der Moment, in dem die unzähligen Pinselstriche, die ich mit Sorgfalt und Absicht übereinandergelegt habe, endlich als ein einziges, vollständiges Werk anerkannt werden.“


Heute verfolgen auch seine beiden Söhne eine Karriere im Maki-e-Bereich. Er hat diesen innigen Wunsch für sie: „Ich möchte, dass sie Künstler werden, die sich selbst treu bleiben und sich nicht von Trends beeinflussen lassen.“ Er hofft, dass sie keine Angst vor neuen Herausforderungen haben und nach ihren eigenen Empfindungen und Überzeugungen leben werden.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Hariya Masayuki.

In einem ungewöhnlichen Haushalt, in dem vier Maki-e-Künstler unter einem Dach leben, vereint Hariya seine Rollen als Vater, Mentor und Großvater. Gemeinsam mit seiner Familie widmet er sich weiterhin jeden Tag der Kunst.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Hariya Masayuki.

Er freut sich auf das, was vor ihm liegt – neue Maki-e-Werke, die die Tradition ehren und gleichzeitig die Sensibilität der Gegenwart aufgreifen.

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