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Pinselstriche der Tradition: Die Maki-e-Meisterschaft von Morita Masatoshi

Wir besuchen Morita Masatoshi, einen Künstler, der seit fast fünf Jahrzehnten von der Kunst des Maki-e fasziniert ist.

April 22, 2024
Brush Strokes of Tradition: The Maki-e Mastery of Morita Masatoshi

Im Herzen der japanischen Echizen-Lackwarenregion (Präfektur Fukui), inmitten einer Tradition, die über 1.500 Jahre zurückreicht, lebt ein Handwerker, dessen Lebenswerk dem alten Handwerk des maki-e gewidmet ist. Diese traditionelle japanische Technik, bei der kunstvolle Designs mit Lack geschaffen und dann mit Gold-, Silber- und Platinpulver bestreut werden, bleibt ein Zeugnis des reichen kulturellen Erbes des Landes. Morita Masatoshi, der vor fast fünf Jahrzehnten von diesem Handwerk verzaubert wurde, treibt weiterhin seine Entwicklung voran, während er tief in seiner traditionsreichen Vergangenheit verwurzelt bleibt.

Von Manga-Träumen zur Maki-e-Meisterschaft

Moritas Weg in die Welt des maki-e war unerwartet und begann in seiner Jugend, als er davon träumte, Manga-Künstler zu werden. Sein Weg nahm eine entscheidende Wendung durch eine zufällige Begegnung mit der Kunst des maki-e. Er war fasziniert von einem natsume matcha-Behälter, elegant verziert mit einem maki-e-Goldfisch-Design.

„Als ich diesen Goldfisch sah, gezeichnet mit solcher Präzision und Eleganz, wusste ich, dass dies etwas Außergewöhnliches war",

erinnert sich Morita und reflektiert über den Moment, der den Verlauf seines Lebens veränderte.

Die Wahl des Kürbismotivs

Im Laufe der Jahre hat Morita nicht nur seine maki-e-Fähigkeiten verfeinert, sondern auch danach gestrebt, die Grenzen dieses traditionellen Handwerks zu erweitern. Seine Entscheidung, das Kürbismotiv zu verwenden, das sich von den konventionelleren Themen wie Kiefern und Kranichen unterscheidet, ist ein Zeugnis dafür. Morita erklärt seine Entscheidung: „Der Kürbis wird seit alten Zeiten als Symbol für gute Gesundheit, Glück und den Wohlstand der Nachkommen geliebt. Für ein kürzliches Projekt habe ich eine Jubako-Bentobox für YAMAKYU entworfen, basierend auf einer bestehenden alten Lackschale mit Kürbis-maki-e." Dieser kreative Ansatz zeigt seinen Glauben an die Anpassungsfähigkeit des maki-e und seine fortdauernde Relevanz in der zeitgenössischen Kunst.

Jubako: Das Projekt der gestapelten Speisebox

In einem kürzlichen Projekt verwendete Morita grünen Lack und silbernes maki-e für die Blätter des Kürbisses – eine Wahl, die nicht nur seinen innovativen Ansatz hervorhebt, sondern auch seine Meisterschaft über sein Handwerk. „Gold-maki-e verleiht ein luxuriöses und glänzendes Erscheinungsbild. Für das Kürbis-maki-e verwendeten wir grünen Lack, Silber, Gold und eine Mischung aus Gold und Kiefernruß, um eine ruhigere Textur und Eleganz zu schaffen", erklärt er und unterstreicht die durchdachte Überlegung hinter jeder künstlerischen Entscheidung. Der Übergang von Schalen zu einer gestapelten Speisebox stellte einzigartige Herausforderungen dar, insbesondere bei der Bewahrung der Schönheit und Balance des Designs über verschiedene Formen hinweg.

„Ein Design, das ursprünglich auf der gewölbten Oberfläche einer Schale verwendet wurde, an die flache und dreidimensionale Form einer Box anzupassen, erforderte sorgfältige Überlegung hinsichtlich Positionierung und Balance."

Jenseits bloßer Reproduktion

Moritas Arbeit ist zutiefst intuitiv und schöpft nicht nur aus jahrelanger Erfahrung, sondern auch aus einer feinen Sensibilität für die natürliche Welt und einer breiten Wertschätzung für künstlerischen Ausdruck über Genres hinweg. Er teilt mit uns einen philosophischen Ansatz zu seinem Handwerk, der über bloße Reproduktion hinausgeht.

„Da der Hintergrund schwarzer Lack ist, bedeutet das Zeichnen eines objektiv genauen Motivs nicht zwangsläufig, dass es schön wäre. Stattdessen konzentriere ich mich darauf, den Atem und die Bewegung der Pflanzen einzufangen."

Ein intuitiver Sinn für Kreativität – sein Pinsel bewegt sich, als ob er von selbst geführt würde. Diese angeborene Fähigkeit, oft als Intuition oder Sensibilität des Handwerkers bezeichnet, ist das Ergebnis jahrelanger hingebungsvoller und aufrichtiger Arbeit in der traditionellen Kunst des maki-e.

Morita sucht kontinuierlich Inspiration jenseits der Grenzen seines Handwerks und schöpft aus einem breiten Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen, die in Museen und in Medien wie Filmen, Anime und Manga zu finden sind, um zu verhindern, dass seine Sensibilität zu isoliert wird.

Diese Praxis, einen offenen Geist zu bewahren und nicht übermäßig an den eigenen Vorlieben festzuhalten, stellt sicher, dass seine maki-e-Arbeit lebendig, innovativ und reflektierend für eine Vielzahl von Einflüssen bleibt.

Maki-e in modernen Kontexten

Die Entwicklung des maki-e unter Moritas geschickten Händen geht über Motive hinaus. Er hat sich daran gewagt, diese Kunstform auf verschiedene moderne Gegenstände und Oberflächen anzuwenden, wie Tempeldecken, Restauranttische, Teekannen, Messerscheiden und sogar Smartphone-Hüllen. Diese Diversifizierung zeigt die Vielseitigkeit des maki-e und sein Potenzial, traditionelle Grenzen zu überschreiten. „Ich möchte weiterhin maki-e zeichnen, das diejenigen erfreut, die es in Auftrag geben und verwenden", erklärt Morita und betont seine Offenheit, neue Möglichkeiten zu erkunden.

Moritas fast ein halbes Jahrhundert währende Reise durch die Welt des maki-e spiegelt die sich entwickelnde Geschichte dieser traditionellen Kunstform wider. Von einem jungen Jungen, der davon träumte, Manga-Künstler zu werden, zu einem verehrten maki-e-Handwerker verkörpert seine Arbeit eine tiefe Verbindung zu japanischen kulturellen Traditionen, während sie gleichzeitig das Potenzial für Innovation und Wachstum annimmt. Durch seine Hände blüht die zeitlose Kunst des maki-e weiter und verbindet Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Innovation.

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