Unvollkommene Schönheit: Den Code von Kannyu knacken
Entdecken Sie die Geschichte von Kannyu, dem Namen der Krakelee-Oberfläche auf glasierter Keramik, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht.

Die Oberfläche des Porzellans, glatt und glänzend wie Jade, ist gleichmäßig von feinen, zarten Rissen überzogen, die an das brechende Eis an einem warmen Frühlingstag erinnern und scheinbar ein leises, knisterndes Geräusch aussenden. Sie ähneln auch den Spuren von Weidenzweigen, die im Schnee eines unberührten Winters zurückbleiben und sich über die gesamte Oberfläche des Porzellans ausbreiten.
Das Vorhandensein dieses Musters mindert weder die Schönheit noch die Funktionalität des Porzellans; vielmehr verleiht es dem Stück eine lebendige Vitalität und eine fragile Schönheit. Dieses besondere Muster wird als kannyubezeichnet. Als Dekor auf Seladon-Porzellan stellt kannyu eine natürliche Rissstruktur in der Glasur des Porzellans dar. Je nach Form erhielt es viele Namen, wie „Eisrissmuster", „Weidenblattmuster" und „Ochsenhaarmuster".
Um die Wirkung der Risse zu betonen, werden einige Werke nach dem Entfernen aus dem Brennofen bewusst mit Eisenoxid oder Tinte überzogen. Lassen Sie uns tiefer in die komplexe Welt von kannyu eintauchen, ein Muster, das schwer zu erzeugen, aber unglaublich schön ist.
Kannyu's Ursprünge im langen Fluss der Geschichte zurückverfolgen
Als Träger von kannyu gelangte Seladon-Porzellan, dessen Ursprung in China liegt, im 10. Jahrhundert nach Japan. In jener Ära schätzte die Aristokratie chinesisches Seladon-Porzellan als die exquisitesten Importwaren. Sie waren fasziniert von seinem rätselhaften blauen Farbton und bezeichneten ihn als die „geheime Farbe". Die Herstellung von Seladon-Porzellan begann in der Hizen-Region, die sich im heutigen nordwestlichen Teil von Kyushu befindet, während der frühen Edo-Zeit (1603–1868). Diese Kunstform verbreitete sich anschließend nach Kyoto und in die umliegenden Regionen. 1957 wurden die Techniken zur Herstellung von Seladon-Porzellan als nationales immaterielles Kulturgut anerkannt. Auch heute wird Seladon-Porzellan weiterhin geschätzt und von zahlreichen Töpfern und Künstlern aktiv produziert.
Ursprünglich als Fehler in der Porzellanherstellung wahrgenommen, sahen die alten Chinesen der Song-Dynastie (960–1279) in kannyu eine seltene Form unvollkommener Schönheit und wiesen ihm einen ästhetischen Wert zu. Diese Wertschätzung wurde durch Kaiser Huizong von Song, bekannt für seine künstlerische Verfeinerung, der eine besondere Vorliebe für kannyu hatte, weiter verstärkt. Infolgedessen begannen Porzellanhandwerker, die natürlichen Rissmuster bewusst in ihren Kreationen zu nutzen, was zur absichtlichen Erzeugung von „Eisriss"-Mustern führte. Als sich die Methoden und Fertigkeiten der Porzellanherstellung nach Japan verbreiteten, passten japanische Handwerker diese Techniken an und entwickelten sie weiter, was zu einem lokalisierten Ansatz in der Porzellangestaltung und -produktion führte.
Merkmale von Kannyu: Fragile Schönheit

Kokuzo Kiln Camellia Kutani Yunomi Japanische Teetasse

Die grünen, blauen und gelben Teetassen verwenden kannyu. Während des Abkühlungsprozesses, nachdem die Keramiken aus dem Ofen genommen wurden, führen Unterschiede in den Kontraktionsraten der Oberflächenglasur und des Keramikkörpers in der Luft zu komplizierten Mustern, die Eisrissen auf der Oberfläche der Keramiken ähneln.
Jede Tasse zeigt das Motiv von Kamelienblüten, die in der japanischen Haiku-Poesie die Ankunft des Frühlings symbolisieren. So wie der Frühling kommt, das Wetter erwärmt und das Eis des Winters langsam schmilzt und bricht, beginnen auch die Kamelienblüten zu blühen. Dies erzeugt eine dynamische Bildsprache auf den ansonsten statischen Tassenwänden und lässt uns die Ankunft des Frühlings erahnen.
Der Künstler hat die Form der Kamelie mit anmutigen Strichen dargestellt, ergänzt durch verschiedene Grundfarben. Wenn wir diese unterschiedlich gefärbten Teetassen auf unserem Esstisch verwenden, fühlt es sich an, als hätten wir die farbenfrohe Essenz des Frühlings in unsere Häuser gebracht.
Hibino Blue Gradation Modern Mino-Ware Schale

Diese Schale verwendet ebenfalls die kannyu-Technik, die absichtlich ein rissartiges Muster erzeugt, das unter der Glasur sichtbar ist.
Mit einem schlichten und modernen Design zeigt diese japanische Schale einen schönen Blau-Verlauf. Sie wird von Hibino Ceramic handgefertigt, einem Studio, das sich auf die Herstellung von Geschirr spezialisiert hat, das nicht nur die Attraktivität eines Gerichts steigert, sondern es auch visuell beeindruckend macht.
Neben seinem hervorragenden Design ist die Schale langlebig und benutzerfreundlich – Eigenschaften, die sie sowohl in japanischen als auch in internationalen Restaurants beliebt gemacht haben. Mino ware, eine traditionelle japanische Keramikart, ist weithin bekannt für ihre umfangreiche Produktion und die Verwendung hochwertiger Tone.
Das Kannyu verleiht dem Seladon-Porzellan zusätzliche ästhetische Anziehungskraft, und das schöne wie praktische Geschirr bringt ein Gefühl von Saisonalität und Freude an unsere Esstische. Es ermöglicht uns, die Schönheit des Eiskrustmusters direkt am heimischen Tisch zu erleben und bereichert Textur und Fülle unseres Alltags.
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