Nunome 布目
布 cloth · 目 weave/pattern
Nunome (Stoffmaserung) bezeichnet die Textur von gewebtem Stoff, die auf der Oberfläche eines Objekts zurückbleibt – sowohl in der Keramik als auch in der Lackkunst. In der Keramik entstand sie zunächst als Nebenprodukt der Formgebung: Hanfgewebe wurde zwischen Form und Ton gelegt, damit sich der Ton sauber löste und das Webmuster zurückblieb, wie bei Oribe-Ware. Die Glasur sammelt sich in den Vertiefungen, erzeugt tonale Tiefe und eine weiche, leicht raue Haptik. Die Textur wird auch dekorativ eingesetzt, indem Stoff auf den lederhart getrockneten Scherben gepresst wird. In der Lackkunst ist nunome-nuri eine Deckschichttechnik, bei der Hanfgewebe so aufgetragen wird, dass die Webart in der fertigen Oberfläche sichtbar bleibt – geschätzt für die sichtbare Faserstruktur und ihre Haltbarkeit.
Das aufgebrachte Gewebe erzeugt eine Textur, die gewebtem Stoff ähnelt und dem Objekt Wärme und Einzigartigkeit verleiht. Auf Keramik erscheint das nunome-Muster als textilartiges Design, über das weitere dekorative Elemente wie Blüten und Goldakzente geschichtet werden können.
