
Der Herstellungsprozess von Kutani-Keramik
Von Team MUSUBI
Kutani-Keramik, die sich durch ihre leuchtenden Farben und ausdrucksstarken Muster von anderen japanischen Keramiken abhebt, wird in vielen Arbeitsschritten hergestellt: Abbau des Rohmaterials, Tonverarbeitung, Formen, Brennen, Unterglasurmalerei und Aufglasurmalerei. Diese Prozesse erfordern ein hohes Maß an Geschicklichkeit, und die Kunsthandwerker stecken Herzblut in die Perfektionierung jedes einzelnen Stücks. Die traditionellen Techniken der Kutani-Keramik werden seit Generationen weitergegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Steinbruchbetrieb

Der Hanasaka-Töpferstein zeichnet sich durch seinen hohen Eisengehalt aus, der dem fertigen Ton eine satte, gräulich-weiße Farbe verleiht. Dank seiner festen Konsistenz lässt er sich zudem leicht auf der Töpferscheibe formen.
2. Tonherstellung

3. Die Formgebung
Töpfern an der Scheibe „Rokuro“

Handgeformte "Tebineri"

Füllformung "Teokoshi"
Die traditionelle Methode zur Herstellung des Bodens eines Keramikstücks ist das Ausgießen. Dabei wird für jedes Teil des Stücks eine Form angefertigt, der Ton hineingepresst und anschließend wieder herausgenommen – so werden alle Teile zu einem Ganzen zusammengefügt. Diese Arbeit erfolgt komplett von Hand. Aufgrund des hohen Zeit- und Arbeitsaufwands hat sich diese Methode als Standardverfahren für die Herstellung von Keramik, beispielsweise von Figuren, etabliert.
Gussformung "Ikomi"
Beim Gießverfahren wird Gießmasse (Schlammgips) in Wasser gelöst und in eine Gipsform gegossen, anstatt der Tonmasse, die beim Töpfern an der Töpferscheibe verwendet wird. Dadurch lassen sich Produkte mit komplexen Designs herstellen. Das Verfahren wird auch zur Herstellung von Figuren und Geschirr eingesetzt und eignet sich für die Massenproduktion.
Formbildendes "Katauchi"

Zuerst wird der Boden eines Keramikstücks auf der Töpferscheibe dünn, gleichmäßig und in der Größe der Gussform geformt. Ist der Boden uneben, reißt oder bricht das Keramikstück beim Brennen. Ist er zu dick, wirkt das Werkstück unansehnlich, selbst wenn es in einer Gussform reproduziert wird. Das Auflegen der Stücke in die Form erfordert zudem einen gewissen Druck und viel Geschick. Aufgrund des erforderlichen Könnens sowie des Zeit- und Arbeitsaufwands nimmt die Zahl der Brennöfen, die diese Technik anwenden, landesweit ab.
Solange man jedoch eine Gussform besitzt, kann man viele der gleichen Keramikgegenstände auch Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später noch herstellen. Es ist durchaus beeindruckend, dass man mit einer 200 Jahre alten Form sogar 200 Jahre alte Keramik wiederbeleben kann.
4. Schrühbrand


5. Unterglasur „Shitae“

Gosu, ein japanisches Pigment, wird zum Bemalen unglasierter Keramik verwendet. Linien werden mit einem dünnen Pinsel vorgezogen und anschließend mit einem dicken Pinsel flächig oder verwischt aufgetragen. Diese Maltechnik wird allgemein Sometsuke genannt. Das Pigment ist beim Auftragen rötlich-braun, färbt sich aber nach dem zweiten Brand, der nach dem Glasieren erfolgt, in ein leuchtendes Indigoblau um.
6. Verglasung

7. Zweiter Schuss


8. Überglasur „Uwae“


Im Gegensatz zu den Pigmenten für Imari- und Kyō-Keramik werden die Pigmente für Kutani-Keramik dick aufgetragen, wodurch ein durchscheinender Effekt entsteht. Die Grundfarben der Kutani-Keramik, Grün, Blau, Violett, Gelb und Rot (Kutani Gosai), werden als Kutani Gosai bezeichnet. Viele Kutani-Keramikhersteller produzieren jedoch in ihren Ateliers ihre eigenen, einzigartigen Farben, und die Werke berühmter Künstler sind so unverwechselbar, dass sie allein an ihren Farben erkannt werden können.


9. Aufglasurbrand

Die hellen japanischen Pigmente auf der Keramik entfalten nach dem Brennen ihre leuchtenden Farben. Sie werden glasig und wirken dadurch transparent. So schimmert das darunterliegende Gosu durch und gibt den Blick auf zarte Muster frei. Diese Transparenz ist eines der charakteristischen Merkmale von Kutani-Keramik.
Auf diese Weise wird Kutani-Ware grundsätzlich dreimal gebrannt, wobei einige Stücke, die mit Gold oder Silber bemalt wurden, ein viertes Mal bei einer anderen Temperatur gebrannt werden können.
Kutani-Keramik wird in einem sorgfältigen Verfahren hergestellt. Jeder einzelne Handwerker führt jeden Arbeitsschritt mit professioneller Präzision aus. Der Stil der Aufglasurmalerei variiert in den einzelnen Brennöfen und Epochen stark, was den Vergleich und das Entdecken des Herstellungsprozesses besonders interessant macht. Machen Sie einen Zwischenstopp in Kanazawa und tauchen Sie selbst in die faszinierende Welt der Kutani-Keramik ein!
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