Koromogae: Warum Japaner ihre Häuser zweimal im Jahr renovieren
Lernen Sie Koromogae kennen, Japans saisonale Erfrischung, und erfahren Sie, wie Sie den Sommer mit Kleidung, Geschirr und Dekoration begrüßen können.

Wenn die Temperaturen steigen und die feuchte Brise den nahenden Sommer ankündigt, werden in ganz Japan die Schränke geöffnet. Schwere Pullover und gebürstete Wollhosen werden verstaut, ersetzt durch luftige Kleidungsstücke aus Leinen und Baumwolle. Dieses Ritual, bekannt als koromogae, ist eine traditionsreiche japanische Praxis, die den Wechsel der Jahreszeiten markiert.
Doch nicht nur die Kleidung ändert sich. Auch das Geschirr bei Familienmahlzeiten und die Dekoration in Wohnräumen wechseln mit den Jahreszeiten. In diesem Artikel erkunden wir die Geschichte von koromogae und die japanische Philosophie des „Willkommenheißens der Jahreszeit", die ihr zugrunde liegt. Wir stellen außerdem eine Auswahl von MUSUBI KILN Artikeln vor, die sich perfekt für die Ankunft des Sommers eignen.
Was ist Koromogae?
Koromogae ist der japanische Brauch, die Garderobe zweimal im Jahr gegen jahreszeitlich passende Kleidung auszutauschen – traditionell am 1. Juni für den Sommer und am 1. Oktober für den Winter. Im Japanischen bedeutet koromo „Gewand" und gae „wechseln" oder „ersetzen".
Die Praxis entstand am chinesischen Kaiserhof, wo die Kleidung entsprechend den Jahreszeiten gewechselt wurde, und gelangte während der Heian-Zeit (794–1185 n. Chr.) nach Japan. Damals beachteten die Aristokratie und Mitglieder des Kaiserhofs den Brauch am ersten Tag des vierten und zehnten Monats des Mondkalenders. Während der Edo-Zeit (1603–1868 n. Chr.) institutionalisierte das Tokugawa-Shogunat für die Samurai-Klasse viermal jährlich Kleiderwechsel, und der Brauch verbreitete sich allmählich auch unter den einfachen Bürgern.
Heute bleibt der Zeitpunkt von koromogae dem individuellen Ermessen überlassen. Gleichzeitig wird seit 2005 vom Umweltministerium die „Cool Biz"-Kampagne gefördert, die zu leichterer Bürokleidung wie dem Verzicht auf Krawatten und Jacken im Sommer zur Energieeinsparung ermutigt – eine Praxis, die heute weit verbreitet ist. Auch dies kann als moderne Form von koromogae betrachtet werden.
Warum „wechseln" Japaner mit den Jahreszeiten?
Japan ist eine Inselnation mit vier ausgeprägten Jahreszeiten, und die Japaner haben sich in jedem Aspekt des täglichen Lebens auf jahreszeitliche Übergänge eingestellt. Die japanische Sprache kennt eine lange Tradition von Ausdrücken für das „Willkommenheißen der Jahreszeit". Ein Beispiel ist der Ausdruck geishun (迎春), „den Frühling willkommen heißen", der auf Neujahrskarten erscheint und seine Ursprünge in über zweitausend Jahre alten chinesischen klassischen Texten hat. Dies spiegelt die japanische Empfindung wider, dass die Jahreszeiten nicht einfach passiv eintreffen, sondern aktiv willkommen geheißen werden.
Der Wechsel der Garderobe erleichtert die Temperaturregulierung, ist aber auch eine Form des „mentalen Neustarts" – eine Weise, den Wechsel der Jahreszeiten bewusst anzuerkennen und den eigenen Geisteszustand zu erneuern. Im Fall von kimono, Japans traditionellem Gewand, werden nicht nur die Stoffart, sondern auch die Muster passend zur Jahreszeit gewählt. Kirschblüten für den Frühling, Feuerwerk für den Sommer, Ahornblätter für den Herbstund Kamelien für den Winter sind nur einige Beispiele.
Es gilt als iki, ein ausgeprägt japanisches ästhetisches Ideal, das raffinierte Eleganz in Erscheinung und Verhalten beschreibt, jahreszeitlich thematisierte Muster leicht vor der eigentlichen Jahreszeit zu tragen. Auch diese Praxis offenbart die Neigung, das Herz auf die kommende Jahreszeit vorzubereiten.
Das Koromogae-Konzept in den Alltag bringen
Die Idee des „Wechselns mit den Jahreszeiten" reicht weit über die Kleidung hinaus. Japans heißes und feuchtes Klima hat seit langem kreative Wege inspiriert, Kühle durch visuelle Anziehungskraft und taktile Empfindung hervorzurufen.
Betrachten Sie das Zuhause: Der Teppich, der im Winter die Füße wärmte, wird im Sommer durch eine kühle Binsen- oder Bambusmatte ersetzt. Stoffpantoffeln weichen solchen aus pflanzlichen Materialien, und die glatte, trockene Textur unter den Füßen bringt eine erfrischende Note an schwülen Tagen.
Besonders charakteristisch ist die Praxis, das Geschirr mit den Jahreszeiten zu wechseln. Dasselbe Gericht mag im Winter in warmer, erdiger Keramik serviert werden, dann im Sommer auf durchscheinendem Glas oder bläulich getönten Gefäßen präsentiert werden. Dieser einfache Wechsel verwandelt die gesamte Atmosphäre des Tisches. Für sommerliches Speisen werden Farben wie Weiß, Blau und klare Töne wegen ihrer visuellen Kühle bevorzugt. Wie bei kimono werden auch Motive und Muster passend zur Jahreszeit gewählt.
MUSUBI KILNs Kollektion zum Willkommenheißen des Sommers
Die Sommerkollektion von MUSUBI KILN umfasst Gefäße und traditionelle Handwerkskunst, die sich perfekt für Ihr jahreszeitliches koromogae eignen. Integrieren Sie kühle Farben und Materialien in Ihren Alltag und genießen Sie die Schönheit der Jahreszeit mit den Augen.
Nabeshima Celadon Japanische Teetasse
Diese Teetasse wird unter Verwendung der Nabeshima-Celadon-Technik gefertigt, einer Tradition, die über 360 Jahre zurückreicht. Die blaugrüne Glasur, hergestellt aus natürlichen Mineralien aus Okawachiyama, strahlt einen mystischen Glanz aus, der noch lebendiger wird, wenn sie mit grünem Tee gefüllt ist. Ihre glatte Textur und der angenehme Rand machen jeden Teemoment etwas luxuriöser.
Joyful Colors Beilagenteller-Set
Inspiriert von der natürlichen Schönheit Aomoris, wird dieses Set aus vier Glastellern mittels Spin-Forming-Technik geformt. Ihre sanfte Durchscheinung fängt das Licht wunderschön ein und macht sie ideal für sommerliche Tische. Gepunktete Muster in Grün, Rot und Blau sowie ein rosa Wirbelmuster setzen fröhliche Akzente bei jeder Mahlzeit. Diese Teller eignen sich perfekt für Gewürze, Desserts oder auch als kleine Schmuckschalen.
Ginsai Lapislazuli-Blau Seigaiha Wellen-Sake-Set
Dieses katakuchi (Ausgussgefäß) und ochoko Sake-Becher-Set zeigt eine satte lapislazuliblaue Glasur, verziert mit seigaiha „Wellen"-Mustern in silberner Aufglasur. Das seigaiha-Motiv, das an sich kräuselnde Wellen erinnert, wird seit langem als Symbol ruhigen Glücks geschätzt. Die silbernen Akzente schimmern je nach Licht unterschiedlich und verleihen sommerlichen Abendgetränken oder Zusammenkünften mit Gästen eine erfrischende Eleganz.
Musubi Mono Blue Breeze Geschirr-Set
Dieses japanische Geschirr-Set umfasst einen Teller mit traditionellem asanoha (Hanfblatt-)Muster, ein blattförmiger Teller, eine mit medaka -Fischen verzierte Reisschale und eine Suppenschale aus Yamanaka-Lackware. Die blau-weiße Farbpalette ruft eine sanfte Brise hervor, während die celadonfarbene Reisschale mit ihren schwimmenden medaka an einen sommerlichen Bach erinnert. Dieses Set eignet sich ideal für alle, die authentische japanische Küche an einem erfrischend kühlen Tisch genießen möchten.
Von Mt. Fuji inspirierte japanische Blumenvase
Geflochten aus feinen Bambusstreifen im Bild des Mt. Fuji, ist diese Vase ein Werk der Suruga bamboo basketry—ein traditionelles Handwerk aus der Präfektur Shizuoka mit über 400 Jahren Geschichte. Die natürliche Kühle und klare Textur des Bambus bringen eine erfrischende Qualität in jeden Raum und machen sie zu einer perfekten Ergänzung für Ihr sommerliches koromogae. Das schlichte, würdevolle Design ergänzt die Blumen der Saison und fügt sich mühelos in jeden Wohnraum ein.
Für weitere sommergerechte Tischware erkunden Sie unsere Blogbeiträge wie Summer Celebration with Celadon, Set for Summer: Musubi Mono Japanese Dinnerware Setsund A Refreshing Table: Recommended Blue Dinnerware for the Summer Season.
Koromogae ist mehr als nur die Neuordnung der eigenen Garderobe. Es ist eine Art, sich auf die nächste Jahreszeit vorzubereiten, eine japanische Lebensphilosophie, die darin besteht, den gesamten Lebensstil neu auszurichten, um mit der Jahreszeit in Einklang zu kommen. Durch den Wechsel von Gefäßen, Materialien und Farben haben die Japaner seit langem den subtilen Wechsel der Jahreszeiten in ihr tägliches Leben eingewoben. Diese Sensibilität kann für Menschen in anderen Klimazonen eine Inspirationsquelle sein und den Alltag bereichern.
Wenn das sommerliche koromogae naht, warum nicht auch Ihr Geschirr erneuern? Wir hoffen, dass unsere Sommerkollektion eine kühle, saisonale Brise in Ihr Leben bringt.
Stay close to the craft
Now and then, a quiet letter — new stories, seasonal notes, and the hands behind the work.




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@Ann – Thank you so much for your lovely comment. We’re glad to hear you enjoyed the article and that the content resonated with you! Marking the passing seasons is one of the things we on the MUSUBI KILN team enjoy, too. May you have a joyful and refreshing summer!
As always, an enjoyable read and inspiring pictures. I always look forward to changing tableware and housewares to match the season—-one reason Japanese aesthetics and koromogae resonated with me from the moment I learned about them!