Zum Inhalt springen

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

An Invitation to The MUSUBI KILN LetterThe MUSUBI KILN Letter

A welcome when you join: the Japanese Ceramics Map, and a quiet thank-you on your first piece.

„Arabiki-shi“-Grobschleifer-Handwerker von Yamanaka-Lackwaren

An der Herstellung eines einzigen Yamanaka-Lackwarenprodukts sind mehrere Handwerker beteiligt. Wir hatten die Möglichkeit, mehrere Werkstätten der Yamanaka-Lackwarenproduktion zu besuchen.

Team MUSUBI·August 24, 2022
“Arabiki-shi” Rough Grinder Craftsmen of Yamanaka Lacquerware

Etwa zwei Flugstunden von Tokyo entfernt liegt Yamanaka Onsen (Thermalquelle) in den Bergen entlang eines malerischen Tals in der Präfektur Ishikawa. Die Stadt ist gesäumt von historischen Thermalbädern und zahlreichen Souvenirläden.

Die Schaufenster zeigen kunstvoll gefertigte Lackwaren, deren feine Holzmaserung durch die Lackoberfläche hindurch sichtbar bleibt – ein Zeichen dafür, dass wir uns im Herzen der Heimat der Yamanaka-Lackwaren befinden.

An der Herstellung eines einzigen Yamanaka-Lackwarenerzeugnisses sind mehrere Handwerker beteiligt. Einige spezialisieren sich darauf, die Rohform aus Holz zu fertigen, andere formen die Schale, wieder andere tragen den Lack auf. Überall im Thermalquellengebiet finden sich Werkstätten unterschiedlicher Größe.

Mit Unterstützung von Herrn Ohara, der in Yamanaka Onsen geboren und aufgewachsen ist und den Souvenirshop „Ohara-Bunpeido" führt, konnten wir mehrere Werkstätten der Yamanaka-Lackwarenproduktion besuchen.
Ich möchte einige der Werkstätten vorstellen, die wir besuchen durften.

„Arabiki-shi" – Grobschleifer

Ein Merkmal der Yamanaka-Lackwaren ist die Schönheit der gedrechselten Form, die die natürliche Maserung des Holzes zur Geltung bringt.
Es sind Kunstwerke, die von Handwerkern namens „Kijishi" mit selbstgefertigten Werkzeugen und ihrem Tastsinn geschaffen werden. Im Yamanaka-Produktionsgebiet, wo Arbeitsteilung herrscht, gibt es Handwerker namens „Arabiki-shi" (Grobsäger), die das zugeschnittene Holz als Material für das Geschirr an die Kijishi liefern.

Sie beschaffen hochwertige Stämme, schneiden sie in optimaler Position und Dicke zu und stellen sie den Handwerkern zur Verfügung – dabei stellen sie sich vor, wie aus dem Stamm ein Geschirrgegenstand entstehen wird. Erfahrene Arabiki-shi können angeblich allein durch den Anblick eines Stammes erkennen, für welche Art von Geschirr er sich am besten eignet.

Anmerkung: In der Holzbearbeitung bezeichnet „Hikimono" hauptsächlich gedrechselte Stücke, während „Itamono" oder „Sashimono" Stücke aus zusammengefügten Brettern meint, etwa Jubako-Bentoboxen oder Truhen.

Yamashita Woodworks

Yamashita Woodworks, das seit vielen Jahren eine Arabiki-shi-Mühle betreibt, liegt in den Bergen, etwas abseits des Yamanaka-Thermalquellengebiets.
Vor der Werkstatt stapeln sich große Stämme, die vom Holzmarkt bezogen wurden, wo Hölzer aus ganz Japan zusammenkommen. Aus der Werkstatt dringt das Geräusch von Holz, das geschnitten wird.
Während die große Fräsmaschine vor- und zurückfährt, werden Stämme, die auf die Dicke einer Suppenschale zugeschnitten sind, aufgenommen und gestapelt. Die zylindrischen Holzstücke, die aus den Stämmen ausgehöhlt werden, dienen dann als Rohformen für das Geschirr.

Vertikales und horizontales Drechseln

Die zahlreichen auf dem Markt hergestellten Holzschalen werden entweder nach der „Tate-giri"- (vertikaler Schnitt) oder der „Yoko-giri"-Methode (horizontaler Schnitt) gefertigt. Bei der vertikalen „Tate-giri"-Methode wird ein Stamm in runde Scheiben geschnitten, die parallel zu den Jahresringen verlaufen – dies ist die Grundmethode für Yamanaka-Lackschalen. Yamashita Wood Works ist auf diesen Prozess spezialisiert.
Links: Tate-giri (vertikaler Schnitt) Rechts: Yoko-giri (horizontaler Schnitt)

Vertikale Schalen neigen weniger zu Rissen oder Verformungen und können dünner geschliffen werden, doch die Holzausbeute pro Baum ist geringer, da der rissanfällige Kern des Baumes vermieden werden muss.

Die „Yokogi-tori"-Methode, also der horizontale Schnitt, eignet sich hingegen für die Herstellung großer Geschirrteile wie Tabletts, da das Holz über die gesamte Breite des Stammes geschnitten werden kann. Zudem ermöglicht die Maserung aus „Yokogi-tori" die Schaffung einzigartiger und ausdrucksstarker Stücke.

Yamanaka-Lack und Holz

Es heißt, dass die Yamanaka-Lackwaren vor etwa 400 Jahren entstanden, als sich eine Gruppe von Holzhandwerkern, die gedrechseltes Holzgeschirr herstellten, in der Nähe des Oberlaufs der Yamanaka-Thermalquellen niederließ, wo es hochwertiges Holz gab. Sie begannen, Schalen als Souvenirs herzustellen. Danach blühte die Schalenherstellung als Industrie auf, indem hochwertiges Hartholz aus den für Zellstoff geschlagenen Beständen in verschiedenen Teilen Japans bezogen wurde.

Der Werkleiter erklärt: „Es wird immer schwieriger, hochwertiges Holz zu günstigen Preisen zu bekommen."

Hinter dieser Aussage steht ein Wandel in Japans Holzindustrie. Früher wurde in ganz Japan großflächig Holz für Zellstoff geschlagen, sodass man nur aus einer großen Zahl gefällter Bäume auswählen musste, um gutes Holz zu erhalten.

Nachdem jedoch günstiges Zellstoffholz importiert wurde, ging die heimische Forstwirtschaft stark zurück. Um hochwertiges einheimisches Holz zu erhalten, muss man nun in die Berge und Wälder gehen und gezielt danach suchen. Zudem werden Bäume nicht mehr regelmäßig geschlagen, wodurch sich der Regenerationszyklus der Wälder verlangsamt hat und die Zahl hochwertiger Bäume selbst abnimmt.

„Bäume müssen in Maßen geschlagen und genutzt werden", fuhr der Werkleiter fort.

Die Geschichte hat deutlich gezeigt, dass übermäßiger Holzeinschlag der globalen Umwelt schadet. Doch es ist ebenso wichtig, Bäume in angemessenem Umfang zu fällen und wieder aufzuforsten, um hochwertige Bäume zu züchten.

Indem wir schönes Geschirr aus einheimischem Holz in unseren Alltag integrieren, anstatt uns ausschließlich auf günstiges importiertes Holz zu konzentrieren, tragen wir möglicherweise indirekt zur Pflege schöner Holzbestände und zur Bewahrung feiner traditioneller Handwerkskunst bei.

In einer Ecke der Werkstatt sah ich einen großen Haufen Holzabfälle und Sägemehl. Diese werden als Brennstoff zum Räuchern und Trocknen des geschnitzten Holzes sowie zum Heizen im Winter verwendet. Die Menschen in den Bergen und Wäldern haben eine eigene Art, die Gaben der Natur ohne Verschwendung zu nutzen.



Beim nächsten Mal werde ich mich auf die „Kijishi"-Werkstatt konzentrieren.

Fotogalerie

Leave a comment

Stay close to the craft

Now and then, a quiet letter — new stories, seasonal notes, and the hands behind the work.