Zu Beginn des Frühlings unternahm ich meine erste Geschäftsreise nach Kyoto mit Umehara-san und Shirata-san, Mitgliedern unseres Merchandising-Teams. Unser Ziel war Kyoto, eine Stadt mit einer langen und ereignisreichen Geschichte. Seit 794, über tausend Jahre lang, diente sie als Hauptstadt und blühte als Zentrum Japans auf. Schreine, Tempel, historische Stätten und die Traditionen ihrer eleganten Kultur sind bis heute lebendig und faszinieren Menschen aus aller Welt.
Das Hauptziel unserer Reise war der Besuch der renommierten Keramikkünstler Kyotos, um den einzigartigen Charme der Kyotoer Keramik hautnah zu erleben. Obwohl unser Besuch nicht mit der Kirschblüte zusammenfiel, spürte ich den Frühling in der Umgebung. Man sah es beispielsweise an den Kirschblütendekorationen in den Geschäften entlang der Straßen, den Menschen in ihren Kimonos in zarten Frühlingsfarben und den bezaubernden goldenen Mimosen in den Blumenläden. Ich war begeistert, diese wunderbare Reise durch die Keramikkultur Kyotos in dieser wunderschönen Jahreszeit unternehmen zu dürfen.
Die Organisatoren dieser Ausstellung, Dialogue Kyoto, sind überzeugt, dass Kunsthandwerk, das als Grundlage für das Leben und die Kultur der Menschen dient, die Zeiten überdauert hat und von Kunsthandwerkern bis heute weitergeführt wird. Sie betonen, wie wichtig es ist, nicht nur die Techniken der Handwerker zu bewahren, sondern auch weiterhin verschiedene Elemente aus aller Welt und unterschiedlichen Bereichen zu integrieren, um neue Kunst zu schaffen und das Handwerk zu beleben. Daher konnte ich in dieser Ausstellung nicht nur viele traditionelle Formen handwerklicher Arbeit sehen, sondern auch zahlreiche Innovationen in den Handwerkstechniken.
Veranstaltungsort dieser Ausstellung war das Hotel Kanra Kyoto, ein Hotel, das großen Wert auf die Integration traditioneller, in Kyoto entwickelter Designs legt. Es verbindet natürliche Materialien wie Holz, Stein, Eisen, Ton und Grünpflanzen, um die Schönheit der Stadt zu vermitteln. Wabi-Sabi Die Gestaltung erfolgte im Stil einer modernen Interpretation der alten Machiya-Stadthäuser Kyotos. Dieses Konzept ergänzte das Thema der Ausstellung perfekt. Besucher konnten während ihres Besuchs nicht nur herausragende Exponate bewundern, sondern auch das klassische Ambiente Kyotos erleben.
Als ich aus dem Hotelfenster blickte, konnte ich den berühmten Higashi-Honganji-Tempel sehen. Die verstreut liegenden und mit goldenen Verzierungen geschmückten Tempel gaben mir das Gefühl, ein prachtvolles Gemälde zu betrachten.
Verschiedene Keramikserien von SINGAMA Sie wurden auf eine makellose, weiche Matratze gelegt, wodurch die sanften und schönen Blau- und Weißtöne der Sometsuke-Technik besonders gut zur Geltung kamen. Die Sometsuke-Technik besteht darin, Muster auf einen weißen Untergrund zu zeichnen. gosuDas Indigo wird mit Kobaltoxidpigmenten versetzt und anschließend mit einer glasigen Glasur gebrannt. Der Indigoton variiert je nach Wahl des Grundmaterials, der Glasur und des Brennverfahrens durch den Töpfer. Besonderes Augenmerk wird auf die Auswahl von Tonerde, Glasur und Gosu gelegt, um den Kontrast zwischen Weiß und Indigo zu verstärken.
Die Kunsthandwerker bei SINGAMA konzentrieren sich darauf, diesen markanten und doch harmonischen Kontrast von Weiß und Blau zu schaffen und bieten so das warme und elegante Erlebnis des Handwerks und der Malerei in ihrem Alltag.
Während meines Besuchs zog mich ein wunderschön arrangierter Bereich inmitten der vielen Ausstellungsstücke magisch an. Sorgfältig auf dunklen Kieselsteinen platziert, befand sich dort ein furoshiki, ein japanisches Wickeltuch, von Yamada Sen-iDas Kleid war mit Kirschblüten auf rosa-grünem Stoff verziert. Im warmen gelben Licht strahlte der Stoff ein sanftes, weiches Leuchten aus, wodurch die Kirschblüten wirkten, als würden sie unter der warmen Frühlingssonne erblühen und zum Leben erwachen.
Auf der Ausstellung stieß ich auch auf eine Washi-Marke, die traditionelles japanisches Papier auf wunderbare Weise mit einer modernen Ästhetik verband. Sie präsentierten den Prozess der handwerklichen Washi-Herstellung mithilfe uralter Techniken. Diesem traditionsreichen Herstellungsprozess beizuwohnen, hatte fast etwas Beruhigendes. Mithilfe von Formen wurden Muster auf das Washi gedruckt, das in verschiedenen Größen für unterschiedliche Anlässe erhältlich war.
Diese Ausstellung bot mir die Gelegenheit, zahlreiche Handwerkskünste aus Kyotos Tradition kennenzulernen und meine Wertschätzung für den raffinierten Reiz der über Generationen weitergegebenen Handwerkskunst zu vertiefen.
Die Geburt der Schönheit in Touan erleben
Auf der Ausstellung stieß ich auf viele exquisite Porzellanstücke, die meine Neugierde weckten, tiefer in die Prozesse der Porzellanherstellung und -bemalung einzutauchen und die Schönheit seiner Entstehung zu erkunden.
Unser nächster Halt war Touan im Bezirk Higashiyama. Obwohl dieser Bezirk mit pulsierenden Vergnügungsvierteln wie Gion und Sanjo aufwarten kann, wurde die Atmosphäre mit Annäherung an Touan allmählich ruhiger. Zahlreiche Keramikwerkstätten prägten das Bild und weckten in mir die Neugier, den Bezirk weiter zu erkunden.
Als Erstes fiel mir die Außenwand der Werkstatt ins Auge, die aus zahlreichen Fliesen bestand. Touans Name war in Kanji mit weißen Pinselstrichen neben dem Eingang geschrieben und vermittelte eine schlichte und rustikale Atmosphäre.
Als wir die Werkstatt betraten, bot uns Dobuchi Yoshiaki, der herzliche Inhaber, heißen Tee an und führte uns herum. Ich fühlte mich sehr privilegiert, den aufwendigen Prozess der Herstellung von exquisitem Porzellan miterleben zu dürfen.
Im ersten Stock präsentierte sich eine schier unglaubliche Vielfalt an fertigen Keramikprodukten. Jedes einzelne Ausstellungsstück war makellos: Bunte Teetassen glänzten im Sonnenlicht, und Glückskatzen in den verschiedensten Farben und Mustern zogen den Blick magisch an.
Im zweiten Stock bot sich mir ein wahrhaft atemberaubender Anblick. Zahlreiche Kunsthandwerker bemalten konzentriert mit farbigen Pinseln die Rohkeramik. Ihre Konzentration war so intensiv, dass ich ehrfürchtig den Atem anhielt. Aus Angst, sie zu stören, wurde mein Atem noch leichter.
Wir besuchten auch Dobuchis Galerie, wo wir y sahenohen tenmoku Matcha-Schalen, bekannt für ihren extrem aufwendigen Brennvorgang, besaßen eine geheimnisvolle Schönheit. Es schien, als könne man die unendlichen Weiten des Universums in der kleinen Schale erkennen. Jeder war von ihrer Schönheit fasziniert.
Nach meinem Besuch in Touans Werkstatt und der Beobachtung der Entstehung von Porzellanstücken war ich nicht nur von deren Schönheit fasziniert, sondern auch tief bewegt von der Leidenschaft jedes einzelnen Kunsthandwerkers für sein Handwerk.
Verzaubert vom Glanz der Raku-Keramik
Als Nächstes besuchten wir die Raku-Keramik-Manufaktur Waraku. Raku-Keramik, die in Kyoto ihren Ursprung hat, wird ohne Töpferscheibe von Hand geformt und dient hauptsächlich als Teegeschirr für Teezeremonien. Waraku blickt auf eine rund 180-jährige Geschichte zurück.
Bei unserer Ankunft empfing uns Kawasaki Motoo, der Inhaber in achter Generation, herzlich und führte uns in die Welt der Raku-Keramik ein. Gleich beim Betreten des Geschäfts fiel mein Blick auf eine rote Matcha-Teeschale mit Drachenmotiv, die im Regal stand. Im sanften Nachmittagslicht schimmerte die Glasur der Schale in einem feuchten, zarten Glanz, der mir unvergesslich blieb.
Später servierte uns Kawasaki Tee in schwarzen und roten Raku-Teetassen. Als ich die Raku-Teetasse in den Händen hielt, konnte ich ihren strahlenden Glanz deutlich spüren. Dieser Glanz verlieh ihr eine glatte und zugleich strukturierte Haptik und vermittelte ein Gefühl von Luxus.
Kawasaki erklärte uns ausführlich den Produktionsprozess und führte uns durch seine Werkstatt. Über einen kleinen Pfad gelangten wir zur Werkstatt, wo zwei Kunsthandwerker eifrig Matcha-Teeschalen von Hand formten.
Neben uns stand der Brennofen, der gerade in Betrieb war; von außen unscheinbar, innen aber feuerrot, war er der Ort, an dem exquisite Teetassen entstanden.
Nach Abschluss des Brennvorgangs nahm Kawasaki die gebrannten Teetassen vorsichtig mit einer Metallzange aus dem Ofen und stellte sie beiseite. Aufgrund des plötzlichen Temperaturwechsels kannyu Auf der Oberfläche bildeten sich Risse, die ein klares, angenehmes, aber dennoch leises Knistern erzeugten, das an sommerliche Windspiele erinnerte. Frisch gebrannt, strahlten die Teetassen einen warmen Glanz aus, wie Elfen, die aus Flammen geboren wurden.
Am Ende unserer Reise besuchten wir den Yasaka-Schrein, wo wir viele ausländische Touristen in Kimonos und gläubige Gläubige sahen. Alle genossen die Überraschungen und Eindrücke, die uns Kyoto, diese altehrwürdige Stadt, bescherte. Auf dieser Reise erlebte ich die Entstehung der Schönheit von Porzellan und den Zauber der Raku-Keramik. Ich freue mich nun schon sehr auf weitere Begegnungen mit traditionellem Kunsthandwerk.
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